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Autor Thema: Änderung im Sorgerecht von unverheirateten/getrennten Paaren  (Gelesen 5210 mal)
Eiswoelfin
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~ nicht zu kuschelig ~


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« am: Mi, 04. Juli 2012, 10:31 »

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sorgerecht-bundesregierung-will-rechte-unverheirateter-vaeter-staerken-a-842449.html

Was ist eure Meinung dazu?
Meine Meinung dazu werde ich noch kundtun, aber zunächst würde mich eure Ansicht interessieren. Haltet ihr diesen Vorstoß für gut und richtig und eine längst überfällige Anpassung an die heutigen Gegebenheiten? Oder findet ihr die geplante Gesetzesänderung ungerechtfertig und blockierend - eher einen Schritt zurück denn nach vorn?
Und warum?



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Sebell
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« Antworten #1 am: Mi, 04. Juli 2012, 12:58 »

Das ist ja nicht neu... Das ganze kommt aus einem Verfahren, das 2009 vom Europäschen Gerichtshof für Menschenrechte entschieden wurde: Das automatische alleinige Sorgerecht der Mutter diskriminiert den Vater. Was nun in Gesetzesform gegossen wurde, wurde also schon lange vom EuGH 2009 und auch vom BVerfG 2010 so vorgegeben.

Abgesehen davon ist das dt. Sorgerecht davon geprägt, dass das Kindeswohl einen hohen Stellenwert hat, insbesondere bei Trennungen der Eltern. Dieses Entscheidungskriterium nun auch für das Sorgerecht bei Neugeborenen anzuwenden, halte ich für richtig.

Die neue Rechtslage (Gleichberechtigung der Eltern) ist auch Standard in den meisten europäschen Ländern.
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Eiswoelfin
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~ nicht zu kuschelig ~


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« Antworten #2 am: So, 08. Juli 2012, 00:09 »

Daß es kein spontaner Einfall sondern das Ergebnis eines längeren Prozesses war, ergibt sich ja schon aus dem Kontext. Wobei im Artikel das Jahr 2010 erwähnt wird und nicht 2009. Aber ich will mich deswegen nun nicht streiten, da ich - zugegebenermaßen - bisher keine sekundäre Quelle zu Rate gezogen habe.

Deinem zweiten Absatz muß ich dir aber leider ein wenig widersprechen. Wenngleich das Kindeswohl im Sorgerecht einen hohen Stellenwert hat, wird in der Praxis das Kind in erster Linie allein der Mutter zugesprochen, zumeist ungeachtet der jeweiligen Gegebenheiten. Es sei denn es sprechen extrem gravierende Gründe dagegen. Selbst dann kann es für den Vater sehr schwierig werden, das Sorgerecht zu erhalten.
Mit dem neuen Gesetzentwurf sind die Hürden wesentlich niedriger, nicht nur in Bezug auf Neugeborene sondern - oder besser gesagt vor allem - bei Kindern, deren Eltern sich erst lange nach der Geburt trennen. Was ich persönlich - und da stimme ich dir wieder zu - voll und ganz befürworte.

Nun dürfen mich die Feministinnen steinigen, denn ich persönlich empfinde den Gesetzentwurf für gut und richtig. Ein Kind braucht sowohl eine Mutter- als auch eine Vaterfigur. Und wo steht geschrieben, daß alleinerziehende Männer sich schlechter um ihre Kinder kümmern als Frauen?! Denn nichts anderes unterstellte die alte Gesetzgebung: Daß - überspitzt gesprochen - allein Frauen fähig sind, Kinder "richtig" zu erziehen, und Männer per se unfähig dazu sind.
Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur dagegen halten. Mein Holdester ist ein guter Vater, seine beiden Welpen sind zwei wundervolle, liebe, strebsame, aufgeweckte Mädchen, die man einfach mögen muß. Sie sind weder verzogen noch sonst irgendwie entartet; und daß obgleich sie mehr Zeit bei ihm denn bei ihr verbringen (zumindest nach meiner bisherigen Beobachtung).
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Enes
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« Antworten #3 am: Di, 23. Oktober 2012, 06:21 »

Hi!

Ich finde es gut und schlecht - denn es birgt ja immerhin auch eine Verpflichtung die diverse Väter plötzlich fühlen weil sie das Recht haben ;-) versteht ihr was ich meine?
Feministinnen werden nach wie vor ihre Kinder alleine großziehen, der Punkt ist ja dass es kein Problem ist sich schwängern zu lassen um dann auf nimmerwiedersehen zu verschwinden!

Lg
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Nimue
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« Antworten #4 am: Di, 23. Oktober 2012, 20:03 »

... der Punkt ist ja dass es kein Problem ist sich schwängern zu lassen um dann auf nimmerwiedersehen zu verschwinden!

Ganz ehrlich...SO hab ich das noch nie gesehen. Bei war das immer eher: kein Problem mal schnell ein Kind zu zeugen und dann das Weite zu suchen (also der Gegenblick auf die Kiste quasi).
Da fällt mir grad ein Spruch ein, den mein Pa gerne mal im Scherz loslässt: "Ich bin adlig! Meine Mutter war eine `Von-und-Zu`, mein Vater ein `Auf-und-Davon`.

Ich glaube das spiegelt ganz gut das eher verbreitete Modell wieder.
Natürlich, es gehören immer zwei dazu, aber gewisse Hürden machen es den Männern grundsätzlich doch leichter "mal eben" Vater zu werden.
Wenn wir die "Unfälle" mal weglassen, fallen mir genau zwei Möglichkeiten ein.

1. eine Frau die willentlich ein Kind empfangen will, ohne dass Papa davon weiß, hat keine großen Schwierigkeiten sich einen Samenspender ins Bett zu locken - behaupte ich jetzt mal. Und ob Papa dabei sonderlich zu Schaden kommt, möchte ich mal bezweifeln. Sie weiß, dass sie für das Kind sorgen wird - allein oder ggf. mit anderem Partner (vielleicht ja eine Frau, was grundsätzlich Kinder schwierig macht, oder ein zeugungsunfähiger Mann), ist sich darüber im Klaren, dass sie den dicken Bauch kriegen wird und die Geburt zu meistern hat. Braucht sie da Papa für? Nö.

2. eine Frau wird ungewollt schwanger. Da ich die Unfälle und Pannen ja schon ausgeschlossen habe (worunter ich auch grobe Blödheit zähle), fällt mir nur noch Vergewaltigung ein. Hier wird Papa nicht als Samenspender ausgebeutet (ist nicht ganz fein, das gebe ich gerne zu), sondern der Herr verübt ein Verbrechen, was durch die Zeugung eines Kindes nur noch abartiger wird.
Ich habe mal gehört, dass ganz grundsätzlich auch Männer zum Sex gezwungen werden können (ich möchte aber bitte keine abgründigen Details erfahren) und somit defacto die Position der vergewaltigten Frau einnehmen würde (Opfer)...nur glaube ich, dass die Motive für solche Taten vermutlich nicht in einer gewollten Schwangerschaft zu finden sein werden...das kann man nämlich echt leichter haben.

Ob sich unsere Gesellschaft jemals wirklich davon lösen kann, dass die Mutter der 1. Anker für jedes Kind ist, sei mal dahingestellt. Richtig ist in meinen Augen aber, dass ein abgedroschener Spruch unserer Vorfahren immer Gültigkeit behalten wird: Nur die Mutter kann sicher sein, dass es ihr Kind ist.
Jaja, Kinder können vertauscht werden, Gentests wissen immer alles ganz genau...aber spielt das eine Rolle, wenn das Kind geliebt und verantwortungsvoll versorgt und aufgezogen wird? Ich finde nicht.
« Letzte Änderung: Di, 23. Oktober 2012, 20:06 von Nimue » Gespeichert

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Sumsu
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« Antworten #5 am: Di, 23. Oktober 2012, 21:38 »

Hi!

Jap irgendwie schon ganz schön ungerecht nicht?
Frauen stehen unter einem seltsamen Schutz finde ich! Und heute machen das ja viele Frauen - schwanger werden ohne dass der Vater je etwas davon weiß. Eine sehr egoistische Sache wie ich finde, denn ich denke auch wenn die Ellis getrennt sind, das Kind hat immer noch das Recht beide Elternteile zu kennen!

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CorneyAce
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« Antworten #6 am: Mo, 17. Dezember 2012, 12:06 »

Auch in der Zeit habe ich da mal ein Artikel gelesen:
http://www.zeit.de/2012/13/Vaeter
Ich bin allerdings auch der Meinung, dass Väter viel mehr Rechte bekommen sollen, denn die Rolle des Vaters ist heutzutage viel wichtiger geworden.
So las ich letzte Woche noch in der Zeitung, dass immer mehr Männer dazu bereit sind, weniger zu verdienen um mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können, das Familienleben an sich ist einfach sehr wichtig geworden. Mir zufolge ist das einigermaßen wirklich revolutionär wenn man das mit 10 Jahren her vergleicht!
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« Antworten #7 am: Di, 18. Dezember 2012, 20:55 »

Ich bin auch der Meinung das Männer es wissen sollten das
sie Kinder haben. Es ist auch für die Kinder besser.
Es kann z.B. passieren das sie dann zwei Kinder haben
(ein Junge und ein mädchen). Die sich dann in einander verlieben.
Von dem einen weis der Vater dann nichts und kann dem
einem Kind dann nicht sagen das es Geschwister sind.
Die betrefende Kinder fühlen sich dan verraten
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Die Straße gleitet fort und fort weg von der Tür wo sie begann .......

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« Antworten #8 am: Do, 20. Dezember 2012, 13:47 »

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sowas schnell/oft passiert, aber ein Kind soll wissen wer sein Vater ist und umgekehrt.
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« Antworten #9 am: Do, 20. Dezember 2012, 19:20 »

Da kann ich mich der allgemeinen Meinung nur anschließen:
Es kann nicht sein, dass Väter nichts von der Existenz ihrer Kinder wissen und so schwierig an das Sorgerecht kommen.
In diesem Sinne: Gut für alle Menschen, nicht nur für die Männer :)
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